Ein solides Fundament

Solution

Qing Li Wang , Projektmanager von GEDI (Guangdong Electric Power Design Institute) für das Kraftwerk Duyen Hai 1, das an der Küste des Mekongdeltas gebaut wird.
 

In Duyen Hai nutzte das chinesische Unternehmen GEDI das Cement Deep Mixing (CDM) Verfahren zur Stabilisierung des Bodens. Mit Hilfe von CDM werden mit Spezialbohrern in diesem Fall bis zu 30 Meter tiefe Löcher in den Boden gebohrt. Während des Bohrvorgangs wird Zementschlamm eingebracht, was zu einer Stabilisierung des Bodens führt. Auf diese Weise wird ein Fundament aus unterirdischen Stützen geschaffen. CDM ist ein sehr wirksames Verfahren, benötigt hierzu aber genau den richtigen Zement. Nach ausführlichen Tests wählte GEDI dafür Holcim Stable Soil (HSS). HSS wurde speziell für das CDM-Verfahren entwickelt. Unter anderem verfügt es über eine bessere chemische Verträglichkeit mit weichen Tonböden als normaler Zement und bietet eine doppelt so hohe Tragfähigkeit. Das bedeutet für die Partner, dass sie weniger Zement pro Kubikmeter Boden benötigen und insgesamt weniger Stützen, was die Kosten reduziert.

 

Qing Li Wang führt seine Besucher nicht ohne sichtbaren Stolz durch das Kraftwerk Duyen Hai 1. „Demnächst“, sagt der Projektmanager mit einem Lächeln, „werden wir hier erstmals Elektrizität erzeugen – und das auch dank Holcim.“

Duyen Hai 1 ist das erste von drei neuen Kraftwerken, welche die vietnamesische Regierung hier am Mekong Delta nahe der Stadt Trà Vinh baut. Diese Projekte schaffen zwar dringend benötigte neue Arbeitsplätze und erzeugen Energie für das schnell wachsende Entwicklungsgebiet, aber der Bau war alles andere als einfach.

Die neuen Kraftwerke befinden sich auf einer künstlich aufgeschütteten Ebene zwischen zwei der grössten Zuflüsse des Mekong. Es handelt sich um flaches, feuchtes Land mit vielen kleinen Reisfeldern und Garnelenfarmen, das direkt am Meer liegt. „Der Boden ist hier nass und weich“, sagt Wang. Man kann hierauf nicht einfach etwas Grosses bauen. Zu aller erst mussten wir den Grund stabilisieren.“

Hier kam Holcim zum Einsatz. Sein Holcim Stable Soil (HSS) Produkt wurde speziell dafür entwickelt, schwachen Untergrund zu befestigen. Als Teil eines Cement Deep Mixing (CDM) genannten Verfahrens kann HSS eingesetzt werden, um ein Fundament aus Betonstützen unter der Oberfläche zu errichten – und sumpfigen Schlamm in festen Boden zu verwandeln.

Wang arbeitet für das Guangdong Electric Power Design Institute (GEDI), den chinesischen Partner, der Duyen Hai 1 baut. Er betonte, HSS habe GEDI nicht nur dabei geholfen, die Fundamente für das Kraftwerk, sondern auch weitere wichtige Strukturen im Untergrund zu bauen, wie etwa die Zu- und Abflusskanäle. „Holcims Know-How und seine Fähigkeit, grosse Materialmengen zu diesem extrem weit abgelegenen Bauplatz zu liefern, waren für uns entscheidend wichtig“, fügt er hinzu.

 

Kapitän Doan Minh Sang steuert die „Saigon”. Das Binnenschiff transportiert Zement von Holcim in einer dreitägigen Fahrt über Flüsse und Kanäle im Mekong Delta zur Baustelle in Duyen Hai.

„Holcims Know-How und seine Fähigkeit, grosse Materialmengen zu diesem extrem weit abgelegenen Bauplatz zu liefern, waren für uns entscheidend wichtig“

Qing Li Wang
Projektmanager von GEDI

Um bei diesem Grossprojekt erfolgreich zu sein, war Holcim Vietnam auf eine konzertierte unternehmensweite Zusammenarbeit angewiesen. Das Verkaufsteam arbeitete mit GEDI bei den ersten Berechnungen und den unverzichtbaren Versuchsmischungen eng zusammen. Seine Berater gaben GEDI ausserdem technische Unterstützung. Das Produktionsteam stellte sicher, dass die Materialmengen erhöht werden konnten, um die gestiegene Nachfrage zu erfüllen. Und das Zulieferteam löste die komplexen logistischen Herausforderungen.

Insbesondere Letzteres war eine beachtliche Leistung, wie Doan Minh Sang bestätigen kann. Er ist Kapitän eines der Tankschiffe, mit denen Holcim das HSS-Produkt von seinem Thi Vai Zement-Mahlwerk zur Baustelle schaffte. Sang, der seit acht Jahren als Kapitän arbeitet, fuhr regelmässige Touren. Das bedeutete für ihn, sein Schiff am Pier von Thi Vai zu beladen, dann drei Tage lang insgesamt 300 Kilometer weit über Binnenflüsse und Kanäle zu steuern und danach wieder zurück. So lieferten Sang und seine Kollegen insgesamt rund 150 000 Tonnen HSS zur Baustelle, vor allem während eines entscheidend wichtigen Zeitraumes von zwei Monaten während der Befestigungsarbeiten.

 

Aufgrund des abgelegenen Standortes war die Anlieferung des benötigten Zements nach Duyen Hai für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. Holcim Vietnam entwickelte hierzu ein detailliertes Logistikkonzept. Unter anderem setzte man dazu eine Flotte von 16 Schiffen ein, von denen 11 den Zement in riesigen Jumbo-Säcken mit jeweils 1 000 Kilo Fassungsvermögen transportierten, während die fünf restlichen, speziell dafür ausgerüsteten Tankschiffe den Zement als Schüttgut transportierten.

Das kohlebetriebene Wärmekraftwerk Duyen Hai 1 erstreckt sich auf 50 Hektar Küstenland zwischen zwei Mekong-Zuflüssen. Bei voller Kapazität leistet es 1 245 Megawatt und erzeugt jährlich 7,5 bis 8 Milliarden Kilowattstunden für die Region. Gebaut wird das zu Electricity Vietnam (EVN) gehörende Kraftwerk von Guangdong Electric Power Design Institute (GEDI), einem chinesischen Partner mit Sitz in Guangzhou. Derzeit werden in der Nähe zwei weitere Kraftwerke gebaut, Duyen Hai 2 und 3. Auch bei diesen beiden geschieht die Befestigung des Untergrunds mit Hilfe von Holcim.

 

Zurück in Duyen Hai erläutert Wang, wie entscheidend wichtig das war. „Wie hatten ursprünglich mit vier Monaten zur Befestigung geplant. Dann gab es aber Verspätungen und wir mussten alles in nur zwei Monaten schaffen. Das bewältigte Holcim trotz der Regenzeit und lieferte an vielen Tagen nahezu 1 300 Tonnen sowohl von den Terminals in Hon Chong als auch von Thi Vai. Ich komme aus China, und dort ist Holcim berühmt für seine Produkte und Dienstleistungen. Und das Unternehmen ist bei diesem Projekt wirklich seinem guten Ruf gerecht geworden.“