Partner vom Tal bis hinauf zum Gipfel

Solution

Remo Pinazza,
Projektleiter der Marti Tunnelbau AG
 

Der Staudamm aus Beton am Muttsee ist 36 Meter hoch, an der Basis 15 Meter breit und die Dammkrone hat eine Länge von mehr als einem Kilometer. Sie ist die längste Dammkrone der Schweiz.

 

Hoch oben auf dem schneebedeckten Bergrücken peitscht der Bergwind ins Gesicht. Die Höhe von nahezu 2 500 Metern über dem Meeresspiegel erschwert das Atmen. Atemlos macht auch der spektakuläre Blick auf den von Gipfeln und Felswänden umgebenen schneebedeckten Bergsee.

Dies ist wahrscheinlich einer der letzten Orte auf Erden, an dem man eine Fertigbetonzentrale erwartet. Aber dort steht sie, weiss mit schneebedeckten Silospitzen, die selbst wie kleine Berggipfel aussehen. Dahinter liegt in V-Form mit einer Länge von mehr als einem Kilometer der grosse Staudamm aus Beton, der mit Zement von Holcim gebaut wird.

Der Damm ist Teil eines der wichtigsten Wasserkraftwerke in den Alpen, eines der grössten und spektakulärsten Projekte dieser Art in der jüngsten Schweizer Geschichte. Ziel ist es, das Wasser aus dem Muttsee durch enorme Tunnels hinab ins tiefe Innere des Berges zu einem riesigen Kraftwerk zu leiten. Von dort fliesst das Wasser weiter in den Limmernsee, rund 600 Meter unterhalb von Mutt.

„Es ist extrem schwierig, in diesen Dimensionen in den Bergen zu bauen“, sagt Remo Pinazza, der Projektleiter der Marti Tunnelbau AG. Marti führt das Konsortium, das sowohl für den Staudamm als auch für den Tunnelbau und die Ausschachtungsarbeiten im Berg verantwortlich ist. „Erfolg beruht auf intensiver Planung und auf verlässlichen Partnern“, betont er.

Wie die Planung und Zusammenarbeit in Aktion aussieht, lässt sich beim Betrachten der Betonierarbeiten vom Bergrücken aus erkennen. Strassen gibt es hier keine. Zement, Flugasche und Bindemittel, welche Holcim liefert, werden von einer eigens dafür konstruierten Seilbahn transportiert. Marti mischt Beton sowohl in der Fertigbetonzentrale beim Damm als auch in einer weiteren Zentrale inmitten des Berges für die Auskleidung der Tunnel und Kammern. Kaum Platz gibt es hier, um Material zu lagern. So müssen die Lieferungen immer richtig und zeitgerecht ankommen. Falls nicht, drohen kostspielige Verspätungen.

 

Zementsilos und Transportbehälter bei der Basisstation Tierfehd: Holcim wird bis zum Abschluss des Projekts 140.000 Tonnen Zement, 30.000 Tonnen Flugasche und 5.000 Tonnen Spezialbindemittel per Bahn geliefert haben. siehe Infografik, Nr. 3

Um Zement und andere Materialien auf den Berg zu schaffen, wurden zwei Bergbahnen errichtet. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche fahren die Gondeln. siehe Infografik, Nr. 4

„Es ist extrem schwierig, in diesen Dimensionen in den Bergen zu bauen“

Remo Pinazza

Holcim leistet seinen Part: Das Zementwerk in Untervaz garantiert ununterbrochene Zementlieferungen. Und als Reserve dient das Werk in Siggenthal. Eine permanente Versorgung per Zug stellt nicht nur die zeitgerechte Anlieferung von Zement und Bindemitteln sicher, sondern auch von Flugasche, die Holcim Deutschland liefert – ein komplexes Unterfangen.

Holcim unterstützt Marti auch technisch bei der Mischung des Betons und installierte auf den Silos von Marti Monitoringsysteme, die den beiden Unternehmen ein Bild über den Stand der Lieferungen gibt. Das Resultat: Alles wurde wie benötigt geliefert, ohne Verzögerungen – trotz Spitzen von mehr als 700 Tonnen, oder 14 Waggonladungen, pro Tag.

„Marti hat eine lange und erfolgreiche Partnerschaft mit den Teams von Holcim“, sagt Pinazza. „Wir wissen, dass wir auf sie zählen können. Durch die Zusammenarbeit mit Holcim hatten wir eine Sorge weniger bei diesem Projekt.“

Hoch auf dem Bergrücken peitscht der Wind den Schnee über die Krone des Staudamms, der nahezu fertiggebaut ist. Hier in den Bergen zeigt sich, wie wichtig ein verlässlicher Partner ist.

 

Fertigbetonzentrale auf 2 500 Metern Höhe: Die Bausaison am Damm betrug im Jahr lediglich fünf Monate in den wärmeren Monaten des Jahres. Aber auch dann brachten starke Winde und späte Schneefälle die Bauarbeiten teilweise zum Erliegen. siehe Infografik, Nr. 5

Innerhalb des Berges bohrt Marti Tunnel in einer Gesamtlänge von vier Kilometern und zwei riesige Kammern für die Turbinen – die Grösste hat eine Ausdehnung von 150 Metern Länge und 50 Metern Breite. siehe Infografik, Nr. 6