Corporate Governance

Holcim wendet für die Corporate Governance hohe Standards an. Ziel ist die langfristige Sicherung von Wert und Erfolg des Unternehmens, und zwar im Interesse der verschiedenen Anspruchsgruppen: Kunden, Aktionäre, Mitarbeitende, Kreditgeber, Lieferanten und Gemeinwesen, wo Holcim tätig ist.

Verantwortungsbewusstes Handeln

Oberste Zielsetzung einer wirkungsvollen Corporate Governance ist die langfristige Schaffung von Wert und die Stärkung der Reputation des Konzerns. Dazu gehören die laufende Verbesserung der Entscheidungsprozesse und Managementsysteme durch rechtliche, organisatorische und ethische Richtlinien und Empfehlungen sowie Massnahmen zur Steigerung der Transparenz. Das Einhalten von internen und externen Richtlinien, das frühzeitige Erkennen von Geschäftsrisiken, die soziale Verantwortung gegenüber Anspruchsgruppen und eine offene Kommunikation zu allen relevanten Themen gehören zu den Grundsätzen von Holcim. Seit 2004 ist der Verhaltenscodex als Teil des Leitbilds für den ganzen Konzern verbindlich.

Holcim strebt nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Führung und Kontrolle. Deshalb sind die Funktionen des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO getrennt. Alle Verwaltungsräte sind unabhängig im Sinne des Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance. Seit der Einführung der Einheitsnamenaktie im Jahr 2003 gilt der Grundsatz „eine Aktie, eine Stimme”.

Die in diesem Kapitel veröffentlichten Informationen entsprechen der Corporate-Governance-Richtlinie der SIX Swiss Exchange (SIX) und den Offenlegungsbestimmungen des Schweizerischen Obligationenrechts. Im Interesse der Übersichtlichkeit wird auf andere Stellen im Geschäftsbericht oder beispielsweise auf die Internetseite von Holcim (www.holcim.com) verwiesen. Die folgenden Abschnitte erläutern die Aufgaben des Audit Committee, des Nomination & Compensation Committee, des Governance & Strategy Committee und das Organisationsreglement.

Am 20. November 2013 hat der Schweizerische Bundesrat die Verordnung gegen übermässige Vergütungen (VegüV) erlassen. Die VegüV führt die Kernelemente der sogenannten „Minder-Initiative“ ein, die vom Schweizer Volk am 3. März 2013 angenommen wurde und die eine Stärkung der Aktionärsrechte bezweckte und die kotierten Schweizer Gesellschaften Anforderungen im Zusammenhang mit der Vergütung von Verwaltungsrat und Konzernleitung auferlegt. Die VegüV führt Anforderungen ein, wie zum Beispiel eine bindende (statt konsultative) jährliche Aktionärsabstimmung über die Gesamtvergütung des Verwaltungsrates und die Gesamtvergütung der Konzernleitung. Sie verbietet Abgangsentschädigungen, Vergütungen im Voraus und Zahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Übertragung von Unternehmen oder Teilen davon durch die betreffende Unternehmung oder durch diese direkt oder indirekt kontrollierte Firmen. Weiter führt sie strafrechtliche Sanktionen ein in gewissen Fällen absichtlicher Zuwiderhandlung, falls die oder der Zuwiderhandelnde gegen „besseres Wissen“ vorging. Die VegüV sieht zudem vor, dass der Präsident und die Mitglieder des Verwaltungsrates sowie die Mitglieder des Nomination & Compensation Committees jährlich direkt durch die Aktionäre gewählt werden müssen. Die Massnahmen, die 2014 zu treffen waren, wurden von Holcim per Generalversammlung 2014 erstmals umgesetzt. Die von der VegüV geforderten Aktionärsabstimmungen über die Vergütungen müssen zum ersten Mal an der Generalversammlung 2015 erfolgen. Die VegüV wird anwendbar bleiben, bis das Schweizer Parlament ein neues Gesetz zu diesem Thema erlässt.

Soweit nicht anders angegeben, gibt dieser Jahresbericht die Lage per 31. Dezember 2014 wieder und erwähnt gewisse Änderungen, die unter der Verordnung gegen übermässige Vergütungen (VegüV) erfolgen, die seit 1. Januar 2014 in Kraft ist, unter Berücksichtigung der übergangsrechtlichen Bestimmungen.