Nettoverkaufsertrag

Der Nettoverkaufsertrag für das Gesamtjahr 2014 betrug CHF 19 110 Millionen, was einem Rückgang von CHF 608 Millionen oder 3,1 Prozent entsprach. Ungünstige Wechselkurseffekte von CHF 1030 Millionen oder -5,2 Prozent und negative Auswirkungen von Veränderungen im Konsolidierungskreis von CHF 173 Millionen oder -0,9 Prozent beeinträchtigten den Nettoverkaufsertrag erheblich. Auf vergleichbarer Basis stieg der Nettoverkaufsertrag um CHF 595 Millionen oder 3,0 Prozent. Alle Regionen rapportierten auf vergleichbarer Basis einen höheren Nettoverkaufsertrag. Dieser Anstieg war im Wesentlichen Preisanpassungen zu verdanken, welche hauptsächlich auf Nordamerika entfielen, wo sich das Marktumfeld als günstig erwies, sowie auf Lateinamerika; dort erfolgten sie als Reaktion auf die Kosteninflation.

Nettoverkaufsertrag nach Konzernregionen

Mio. CHF

Jan.–Dez.
2014

Jan.–Dez.
2013

±%

±% auf vergleich­barer Basis

Asien, Ozeanien

6 970

7 282

–4,3

+3,8

Lateinamerika

3 012

3 349

–10,0

+0,6

Europa

5 554

5 611

–1,0

+0,2

Nordamerika

3 336

3 171

+5,2

+10,7

Afrika, Naher Osten

861

884

–2,6

+0,8

Corporate/Eliminationen

(623)

(578)

 

 

Total

19 110

19 719

–3,1

+3,0

In Asien, Ozeanien verbesserte sich der Nettoverkaufsertrag auf vergleichbarer Basis um CHF 274 Millionen oder 3,8 Prozent. Dazu trugen vor allem die Konzerngesellschaften in Indien, auf den Philippinen und in Indonesien bei. In Indien erzielten beide Konzerngesellschaften einen höheren Nettoverkaufsertrag. Zu verdanken war dies Geschäftsinitiativen zur Erschliessung neuer Märkte und dem Verkauf hochwertiger Produkte sowie einer allgemeinen Preisanhebung in fast allen Regionen, teilweise aufgrund der Kosteninflation. Holcim Philippinen konnte den Nettoverkaufsertrag vor allem dank Volumenwachstum verbessern. Die Zement- und Bauindustrie wuchs dynamisch, angefacht durch die Infrastrukturprojekte der neuen Regierung und die anhaltend hohe Nachfrage des privaten Sektors, die auf das wieder erstarkte Vertrauen in die Regierung zurückzuführen war. Holcim Indonesien verbuchte dank Preiserhöhungen bei Zement und Transportbeton ein Umsatzwachstum. Zudem stiegen auch die Volumen, bedingt durch Geschäftsinitiativen und die Erschliessung neuer Märkte im Zuge der Inbetriebnahme von Tuban I. Die meisten Konzerngesellschaften in der Region Asien, Ozeanien erreichten auf vergleichbarer Basis einen Anstieg des Nettoverkaufsertrags. Bei Holcim Australien litten die Preise allerdings unter einer nachteiligen Auswirkung der regionalen Verteilung und des Produktmixes. Holcim Singapur musste aufgrund schwieriger Marktbedingungen Einbussen bei den Transportbetonvolumen hinnehmen.

In Lateinamerika stieg der Nettoverkaufsertrag auf vergleichbarer Basis um CHF 20 Millionen beziehungsweise 0,6 Prozent. Dabei verlief die konjunkturelle Entwicklung in der Konzernregion uneinheitlich. Unterstützt wurde das Wachstum vor allem von Holcim Argentinien, welches die Preise ansteigen liess. Höhere Preise für Zement und Transportbeton erzielte auch Holcim Mexiko. Dies kompensierte einen Volumenrückgang bei Zuschlagstoffen und Transportbeton, der durch die Schliessung mehrerer Werke ausgelöst wurde. Dagegen belasteten niedrigere Volumen in allen Segmenten den Nettoverkaufsertrag bei Cemento Polpaico in Chile. Besonders stark fiel dieser Volumeneffekt im Segment Transportbeton aus. Hier machten sich der Abschluss mehrerer Bergbauprojekte und die Ende 2013 ergriffenen Restrukturierungsmassnahmen bemerkbar. Geringere Volumen beeinträchtigten auch den Nettoverkaufsertrag von Holcim Ecuador. Die Regierung kürzte ihre Ausgaben unter anderem aufgrund rückläufiger Einnahmen aus dem Ölgeschäft, und dies bremste das Wachstum in der Bauindustrie. Der geringere Nettoverkaufsertrag bei Holcim Brasilien war vor allem die Folge schwächerer Volumen im Transportbetongeschäft. Hauptursache hierfür waren die strategischen Restrukturierungsmassnahmen des vergangenen Jahres. Obwohl der Baumarkt unter der schwierigen wirtschaftlichen Lage zu leiden hatte, konnte die Konzerngesellschaft den Zementabsatz dank der starken Nachfrage in grösseren Städten steigern. Damit wirkte sich das insgesamt niedrigere Volumen weniger stark auf den Nettoverkaufsertrag aus.

Europa rapportierte nur einen geringfügigen Anstieg des Nettoverkaufsertrags auf vergleichbarer Basis von CHF 12 Millionen oder 0,2 Prozent, dank des erheblichen positiven Beitrags von Aggregate Industries UK. Das Wachstum in Grossbritannien festigte sich, hier erhielt die Aktivität Auftrieb durch vorteilhaftere Kreditbedingungen und gestärktes Vertrauen. Staatliche Programme unterstützten den Wohnungsbau und erhöhten die Nachfrage nach Baustoffen. Der Umsatz der Konzerngesellschaft profitierte von dieser robusten Dynamik. In diesem Kontext wurden die Preise weiter angehoben. Obwohl die gegen Russland verhängten Sanktionen das Geschäftsumfeld im Land verschlechterten und ausländische Investoren abschreckten, konnte Holcim Russland den Nettoverkaufsertrag auf Basis der höheren Volumen, die 2014 dank Kapazitätsoptimierungen im Werk Shurovo erzielt wurden, erhöhen. Bei Holcim Rumänien wirkten sich die höheren Volumen, die im Rahmen ausgewählter Projekte im Raum Bukarest erzielt wurden, positiv auf den Nettoverkaufsertrag aus, obwohl die Bauindustrie des Landes nur verhalten zulegte. Diese guten Leistungsausweise wurden jedoch durch die negative Entwicklung des Nettoverkaufsertrags aufgrund von geringeren Volumen in Frankreich, Aserbaidschan, der Schweiz, Belgien und Italien beeinträchtigt.

In Nordamerika verbesserte sich der Nettoverkaufsertrag auf vergleichbarer Basis um CHF 338 Millionen oder 10,7 Prozent. Die solide Volumenentwicklung in beiden Ländern und die in einem günstigen Wirtschaftsumfeld getätigten Preisanhebungen in den USA liessen die Erträge insgesamt anwachsen. In den USA wurde das Wachstum des Nettoverkaufsertrags massgeblich durch Volumenverbesserungen unterstützt. Diese beruhten insbesondere auf dem positiven Konjunkturumfeld in den meisten US-Bundesstaaten. Die Regionen Mid-Atlantic, Texas, Colorado und Oklahoma konnten ein höheres Wachstum verzeichnen. Die Wachstumserholung ermöglichte es Holcim US, höhere Marktpreise zu erzielen. Gleichzeitig wurden Initiativen zur Steigerung des Kundennutzens umgesetzt, um die Margen zu verbessern und das Umsatzwachstum zu unterstützen. In Kanada beruhte die Steigerung des Nettoverkaufsertrags vornehmlich auf dem Volumenwachstum. Die Konzerngesellschaft konnte für den Berichtszeitraum höhere Zementvolumen melden, denn die Baumärkte in allen Regionen mit Ausnahme von Quebec und der Region Atlantic zeigten sich lebhafter. Die Lieferungen von Zuschlagstoffen und Transportbeton nahmen ebenfalls zu, da die Nachfrage durch im Sommer begonnene Autobahn- und Grossprojekte stark anstieg.

In Afrika, Naher Osten verbesserte sich der Nettoverkaufsertrag auf vergleichbarer Basis um CHF 7 Millionen beziehungsweise 0,8 Prozent. Den grössten Beitrag zum Nettoverkaufsertrag leistete Holcim Marokko. Klinkerexporte an Socimat in der Elfenbeinküste und effizientes Preismanagement als Folge verschiedener Geschäftsinitiativen resultierten in Volumenzuwächsen. Dagegen beeinträchtigten die rückläufigen Verkaufszahlen bei Transportbeton den Nettoverkaufsertrag von Holcim Libanon. Ursachen waren eine Werksschliessung und die geringere Nachfrage im Raum Beirut. Die Zementpreise gingen ebenfalls zurück, und die Nachfrage nach Baustoffen verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr. Guinea meldete aufgrund des Ebola-Ausbruchs einen deutlichen Rückgang des Zementabsatzes.

Der relative Anteil Europas am Nettoverkaufsertrag des Konzerns stieg leicht gegenüber dem Vorjahr auf 29 Prozent. Der Beitrag von Asien, Ozeanien blieb mit 37 Prozent in etwa auf dem Vorjahresniveau. Die aufstrebenden Märkte fielen hingegen mit 51 Prozent etwas weniger ins Gewicht (2013: 53).