Betriebsgewinn

Der Betriebsgewinn sank 2014 um CHF 40 Millionen beziehungsweise 1,7 Prozent auf CHF 2317 Millionen. Besonders stark wirkten sich die Wechselkurseffekte aus. Sie belasteten den Betriebsgewinn mit CHF 147 Millionen oder 6,2 Prozent. Veränderungen im Konsolidierungskreis hatten dagegen einen positiven Einfluss von CHF 7 Millionen oder 0,3 Prozent auf den Betriebsgewinn. Auf vergleichbarer Basis stieg der Betriebsgewinn um CHF 100 Millionen oder 4,2 Prozent. Unter Ausklammerung der 2014 verbuchten Restrukturierungs- und Mergerkosten von CHF 149 Millionen erhöhte sich der Betriebsgewinn auf vergleichbarer Basis gegenüber 2013 deutlich um CHF 249 Millionen oder 10,6 Prozent. Auf vergleichbarer Basis verbesserte sich der Betriebsgewinn der Konzernregion Nordamerika um 65,1 Prozent, Europa rapportierte einen Zuwachs von 16,1 Prozent. Diese beiden Konzernregionen trugen am stärksten zur positiven Performance des Betriebsgewinns bei, welche negative Entwicklungen in Asien, Ozeanien (-1,7 Prozent) und Lateinamerika (-1,1 Prozent) aufwog. Holcim verkaufte 2014 mehr CO2-Zertifikate und konnte als Ergebnis den betrieblichen EBITDA um CHF 20 Millionen steigern (2014: CHF47 Millionen, 2013: 27 Millionen).

Im Berichtsjahr trug die Holcim Leadership Journey CHF 748 Millionen zum Anstieg des konsolidierten Betriebsgewinns bei. Davon stammten CHF 248 Millionen von Customer Excellence Initiativen und CHF 500 Millionen von spezifischen Programmen zur Stärkung der Kostenführerschaft in den Bereichen Energie, Logistik, Beschaffung und Fixkosten.

Betriebsgewinn nach Konzernregionen

Mio. CHF

Jan.–Dez.
2014

Jan.–Dez.
2013

±%

±% auf vergleich­barer Basis

Asien, Ozeanien

934

1 030

–9,4

–1,7

Lateinamerika

663

722

–8,2

–1,1

Europa

510

436

+16,8

+16,1

Nordamerika

314

199

+58,3

+65,1

Afrika, Naher Osten

220

216

+1,6

+5,8

Corporate/Eliminationen

(324)

(247)

 

 

Total

2 317

2 357

–1,7

+4,2

Auf vergleichbarer Basis verzeichnete Asien, Ozeanien unter den Konzernregionen mit CHF 18 Millionen oder 1,7 Prozent den stärksten Rückgang des Betriebsgewinns. Verantwortlich für diesen Rückgang waren Holcim Indonesien, Holcim Australien und ACC in Indien. Insbesondere Indonesien sah sich mit inflationsbedingt höheren Kosten, der Inbetriebnahme neuer Kapazitäten und höheren Stromkosten konfrontiert. Bei Holcim Australien konnten spürbare Massnahmen zur Kosteneindämmung und geringere Abschreibungen die nachteilige Auswirkung tieferer Preise nur mindern. Die Preise gaben bei Zuschlagstoffen und Transportbeton nach, ausgelöst durch Änderungen im Produktmix, die Beendigung von Projekten mit hochwertigen Produkten sowie das Wettbewerbsumfeld in einigen Märkten. Ausserdem belastete die Volumenentwicklung den Betriebsgewinn, denn das Geschäft mit Zuschlagstoffen litt unter einer geringeren Anzahl von Projekten im Rohstoffsektor. ACC in Indien hatte mit höheren Kosten teilweise aufgrund verspäteter Abbaubewilligungen zu kämpfen, die nicht an Kunden weitergegeben werden konnten. Diesen Rückschlägen standen jedoch Verbesserungen bei Ambuja Cements in Indien gegenüber. Hier wirkten sich effiziente Preissteigerungen grösstenteils positiv auf den Betriebsgewinn aus. Erfreulich war auch die Entwicklung bei Holcim Philippinen, dort hatten robuste Volumenzuwächse eine positive Auswirkung auf den Betriebsgewinn.

In Lateinamerika sank der Betriebsgewinn auf vergleichbarer Basis trotz des stärkeren Leistungsausweises in Mexiko um CHF 8 Millionen oder 1,1 Prozent. Mit der Ausnahme von Mexiko, Costa Rica und Nicaragua meldeten die Konzerngesellschaften in der Region schwächere Ergebnisse. Insbesondere Brasilien und Chile beeinflussten die regionale Entwicklung. Brasilien sah sich mit höheren Produktionskosten konfrontiert, die aufgrund des schwierigen Marktumfelds nicht an Kunden weitergegeben werden konnten. Zudem beeinträchtigte auch der ungünstige Produktmix die Preise. Aufgrund des schrumpfenden Bausektors in Chile brachen die Volumen ein und belasteten damit den Betriebsgewinn der Region.

Europa leistete 2014 den zweitstärksten Wachstumsbeitrag und erzielte einen Anstieg des Betriebsgewinns auf vergleichbarer Basis um CHF 70 Millionen oder 16,1 Prozent. Dieses Wachstum war das Ergebnis eines guten ersten Quartals und positiver klimatischer Bedingungen. Die in früheren Jahren umgesetzten Restrukturierungsinitiativen trugen ebenfalls weiterhin Früchte. Aggregate Industries UK profitierte von der hohen Nachfrage nach Baustoffen, die vor allem aus dem Wohnbausektor kam. Dank des starken Umsatzwachstums und einer schlankeren Kostenstruktur leistete die Konzerngesellschaft eindeutig den grössten Beitrag zur Steigerung des Betriebsgewinns in der Region. Trotz der eher schleppenden italienischen Wirtschaft konnte Holcim den Betriebsgewinn steigern. Hauptgründe waren Kostenoptimierungen und Restrukturierungsmassnahmen. Die Situation in Osteuropa war uneinheitlich. Insgesamt verzeichneten die Konzerngesellschaften jedoch Verbesserungen. Während sich die Volumen weiterhin positiv entwickelten, wurde der Leistungsausweis in Osteuropa am stärksten durch Kostenoptimierungen beeinflusst, nachdem in den vergangenen Jahren Restrukturierungsmassnahmen durchgeführt worden waren. Dennoch fiel die Erholung vieler europäischer Länder weiterhin verhalten aus und blieb hinter den Erwartungen zurück. Einige Märkte, darunter Frankreich, Spanien und Belgien, verzeichneten im zweiten Halbjahr 2014 aufgrund der stagnierenden Wirtschaft enttäuschend niedrige Wachstumsraten. Während die Volumen unter Druck gerieten, konnten die Preise in den meisten Fällen nicht angehoben werden. Am stärksten belastete jedoch der Volumenrückgang in Aserbaidschan den Betriebsgewinn, dort machten sich neue Marktteilnehmer im Zementmarkt und Importe aus Iran bemerkbar. Restrukturierungskosten in Höhe von CHF 38 Millionen haben den Leistungsausweis der Konzernregion beeinträchtigt. Teilweise konnten sie durch höhere CO2-Erträge in Höhe von CHF 34 Millionen kompensiert werden.

In Nordamerika erhöhte sich der Betriebsgewinn auf vergleichbarer Basis um CHF 129 Millionen oder 65,1 Prozent. Das starke Volumenwachstum und die Auswirkungen der besseren Preisentwicklung in den USA sowie – in geringerem Umfang – in Kanada waren die wesentlichen Treiber dieser soliden Entwicklung. Die US-Wirtschaft befand sich, gestützt durch einen dynamischen Wohnbausektor, nach wie vor auf Erholungskurs. In Kanada sorgten gewerbliche und öffentliche Investitionen für Wachstum.

Afrika, Naher Osten steigerte den Betriebsgewinn auf vergleichbarer Basis um CHF 12 Millionen oder 5,8 Prozent. In Marokko, dem wichtigsten Wachstumsmotor der Region, ging der landesweite Zementverbrauch zurück. Allerdings konnte die Konzerngesellschaft dies durch Klinkerexporte an Socimat in der Elfenbeinküste auffangen. Trotz des geringeren Zementabsatzes im Inland konnte Holcim Marokko die finanzielle Entwicklung durch allgemeine Preiserhöhungen sowie durch verschiedene Initiativen zur Steigerung des Kundennutzens verbessern. Dank geringerer Abschreibungen stieg der Betriebsgewinn auch in Guinea und kompensierte die erheblichen Verluste, die auf einen Volumenrückgang zurückzuführen waren. Während die meisten Konzerngesellschaften eine erfreuliche Entwicklung melden konnten, rapportierten Socimat in der Elfenbeinküste und Holcim Libanon einen tieferen Betriebsgewinn.

Die Veränderung der regionalen Gewichtung des Betriebsgewinns war am deutlichsten bei Nordamerika mit 14 Prozent (2013: 8) und Europa mit 22 Prozent (2013: 19) des Betriebsgewinns. Die relative Gewichtung von Asien, Ozeanien nahm dagegen auf 40 Prozent ab (2013: 44). Im Jahr 2014 betrug der Beitrag der aufstrebenden Märkte zum Betriebsgewinn des Konzerns 71 Prozent (2013: 74).