Absatzvolumen

Der Zementabsatz lag über dem Vorjahresniveau. Gründe hierfür waren die stärkere Konjunktur in Nordamerika und das Wirtschaftswachstum in einigen Ländern in Asien, Ozeanien, darunter Indien und die Philippinen. Diese Fortschritte konnten die negative Entwicklung in Lateinamerika kompensieren, wo manche Märkte ein nach wie vor schleppendes Wachstum verzeichneten. Gleiches galt für Europa, hier litt die Konjunktur immer noch unter den Folgen der globalen Krise. Die konsolidierten Zementverkäufe stiegen um 1,0 Prozent auf 140,3 Millionen Tonnen; dies entspricht einem Zuwachs auf vergleichbarer Basis um 1,4 Prozent beziehungsweise 1,9 Millionen Tonnen.

Einige Volkswirtschaften in der Konzernregion Asien, Ozeanien blieben auf Wachstumskurs. Daher stieg der Zementabsatz um 1,4 Prozent beziehungsweise 1,0 Millionen Tonnen. Auf vergleichbarer Basis erhöhten sich die Zementverkäufe um 2,0 Prozent beziehungsweise 1,4 Millionen Tonnen. Auf den Philippinen unterstützten die Wiederaufbau- und Sanierungsmassnahmen der Regierung in den von Naturkatastrophen betroffenen Gebieten die Nachfrage nach Infrastrukturprojekten und Wohnbauten. Darüber hinaus führten sowohl die Regierung als auch der private Sektor Infrastrukturprojekte durch, und einige Unternehmen investierten in den Bergbau und in Kraftwerke. Daher konnte Holcim ein deutlich höheres Absatzvolumen als im Vorjahr verbuchen. Die Lage in Indien erwies sich nach den Wahlen als vielversprechender. Die Bauaktivität nahm allmählich wieder zu, da die Regierung neue Projekte in Angriff nahm, um das Wachstum anzukurbeln. Beide Konzerngesellschaften in Indien haben von dieser Erholung profitiert. Schätzungen zufolge hat sich das Wachstum des Zementabsatzes in Indonesien 2014 verlangsamt, da aufgrund der Unsicherheiten des „politischen Jahres“ verschiedene Infrastrukturprojekte aufgeschoben wurden. Allerdings stieg der Absatz von Holcim gegenüber dem Vorjahr, unterstützt durch zusätzliche Volumen des neu in Betrieb genommenen Zementwerks in Tuban.

Lateinamerika zeigte 2014 ein nach wie vor uneinheitliches Konjunkturbild: Während sich einige kleinere Volkswirtschaften solide entwickelten, wuchsen grössere Länder wie Brasilien und Argentinien langsamer. Letzteres wurde durch die Schuldenkrise belastet. Der Zementabsatz sank um 1,5 Prozent beziehungsweise 0,4 Millionen Tonnen und wurde von Änderungen der Konzernstruktur nicht beeinflusst. Während Holcim Ecuador 2013 ein Allzeithoch verbuchen konnte, verzeichnete die Konzerngesellschaft 2014 aufgrund des geringeren Nachfrage von Sackzement und der Verzögerungen bei öffentlichen Grossprojekten infolge staatlicher Liquiditätsengpässe einen rückläufigen Zementabsatz. Holcim Argentinien litt unter rückgängigen Zementvolumen, da sich die Schuldenkrise deutlich auf die Baumärkte auswirkte und die Nachfrage nach Baustoffen signifikant zurückging. Die Volumenzuwächse in Brasilien, wo Holcim von seiner Marktposition in den lebhafteren Baumärkten im Südosten profitierte, sowie in Mexiko konnten die Einbussen in einigen Ländern teilweise kompensieren. Für den mexikanischen Bausektor wirkte sich das Nationale Infrastrukturprogramm vorteilhaft aus. Dieses kurbelte Investitionen im öffentlichen Sektor an und leistete finanzielle Unterstützung für Bauaktivitäten.

Europa erholte sich nur langsam und geringfügig. Das BIP-Wachstum nahm im Frühjahr 2014 ab und blieb danach sehr verhalten, die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Die Baumärkte litten unter der Verunsicherung, welche nach einem starken ersten Quartal mit lebhafter Bautätigkeit die Nachfrage dämpfte. Der Zementabsatz sank um 1,0 Prozent beziehungsweise 0,3 Millionen Tonnen. Veränderungen der Konzernstruktur hatten keine Auswirkung auf den Zementabsatz. Den grössten Volumenrückgang verzeichnete Aserbaidschan. Die dortige Konzerngesellschaft sah sich mit erheblichem Konkurrenzdruck durch neue Marktteilnehmer und steigenden Importen konfrontiert, und konnte das hohe Volumenwachstum der letzten Jahre entsprechend nicht aufrechterhalten. In Italien verzeichnete Holcim ein rückläufiges Absatzvolumen, da die geringe Nachfrage nach Baustoffen 2014 durch eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftsleistung zusätzlich verschärft wurde. Diese Einbussen wurden jedoch teilweise durch den erheblichen Volumenanstieg in Russland – trotz der politischen Spannungen – und in Spanien kompensiert. Holcim Spanien konnte den Zementabsatz dank seiner hohen Exporttätigkeit steigern. Erwähnt werden sollte auch der wachsende Zementabsatz von Holcim Rumänien, der auf grössere Projekte im Raum Bukarest zurückzuführen war.

In Nordamerika erhöhte sich der Zementabsatz um 11,4 Prozent beziehungsweise 1,3 Millionen Tonnen, hauptsächlich dank der Zunahme in den USA. Dort gewann die Konjunktur an Fahrt, da der haushaltspolitische Gegenwind abflaute und Privathaushalte wieder mehr konsumierten. Besonders stark war die Nachfrage in der Region Northern Central. Die Konzerngesellschaft konnte den höchsten monatlichen Absatz über die vergangenen sieben Jahre verzeichnen.

Die Zementlieferungen in der Konzernregion Afrika, Naher Osten verbesserten sich um 5,4 Prozent beziehungsweise 0,4 Millionen Tonnen. Eine Änderung der Konzernstruktur belastete die Volumen mit 0,8 Prozent beziehungsweise 0,1 Millionen Tonnen. In Marokko sank der landesweite Zementverbrauch in den letzten zwölf Monaten um 5,4 Prozent. Dank der Klinkerexporte an die Elfenbeinküste erzielte die Konzerngesellschaft dennoch ein Volumenwachstum. Der Rückgang des Absatzvolumens in Guinea, auf Mauritius und im Libanon glich das regionale Wachstum teilweise aus.

Bei den Zuschlagstoffen sank der Absatz um 0,9 Prozent auf 153,1 Millionen Tonnen. Auf vergleichbarer Basis belief sich der Rückgang auf 0,4 Prozent beziehungsweise 0,7 Millionen Tonnen. Diese Entwicklung ist zum Teil auf die Schliessung unrentabler Geschäftseinheiten insbesondere in Lateinamerika zurückzuführen. Die Region verzeichnete eine Abnahme von 26,4 Prozent oder 2,7 Millionen Tonnen. Die Lieferungen von Zuschlagstoffen sanken in Europa um 1,0 Prozent beziehungsweise 0,7 Millionen Tonnen. Erhebliche Rückschläge erlitt die Konzerngesellschaft in Frankreich, dort bremste der Mangel an staatlichen Konjunkturanreizen die Nachfrage nach Bau- und Infrastrukturprojekten. Die Volumen in Asien, Ozeanien gingen um 1,5 Prozent oder 0,4 Millionen zurück, da Holcim Australien die geringere Anzahl von Projekten im Rohstoffsektor spürte. Afrika, Naher Osten rapportierte einen Rückgang um 0,2 Millionen Tonnen oder 8,7 Prozent beim Absatz von Zuschlagstoffen. Als einzige Region verzeichnete Nordamerika Zuwächse, die mit einem Anstieg von 7,7 Prozent oder 3,3 Millionen Tonnen deutlich ausfielen.

Die Transportbetonvolumen gingen um 6,3 Prozent auf 37,0 Millionen Kubikmeter zurück. Bereinigt um Veränderungen der Konzernstruktur betrug der Rückgang 4,9 Prozent beziehungsweise 1,9 Millionen Kubikmeter. Abgesehen von Nordamerika, wo auf vergleichbarer Basis ein moderates Wachstum von 2,2 Prozent oder 0,2 Millionen Kubikmeter erzielt wurde, verzeichneten alle Konzernregionen eine negative Entwicklung. Die Volumeneinbussen waren in erster Linie die Folge von Restrukturierungsmassnahmen in Lateinamerika, die zur Neuausrichtung des Transportbetongeschäfts eingeleitet worden waren. Die Konzernregion meldete für das Geschäftsjahr einen Rückgang des Absatzes von Transportbeton um 20,0 Prozent oder 1,6 Millionen Kubikmeter. Die stärksten Einbussen entfielen dabei auf Mexiko, Chile, Brasilien und Ecuador. In Europa war die schwache Nachfrage am deutlichsten in Belgien, Frankreich und Italien zu spüren. Das solide Wachstum in Grossbritannien konnte diese Volumeneinbussen nur zum Teil kompensieren. Auf vergleichbarer Basis sank das Transportbetonvolumen in Europa um 2,5 Prozent oder 0,3 Millionen Kubikmeter. In der Konzernregion Asien, Ozeanien waren vor allem Singapur und Vietnam für den Volumenrückgang von 0,6 Prozent oder 0,1 Millionen Kubikmeter verantwortlich. Die Volumeneinbussen von 15,0 Prozent oder 0,1 Millionen Kubikmeter in Afrika, Naher Osten gingen hauptsächlich auf Libanon zurück und waren die Folge der Veräusserung eines Werks sowie einer allgemeinen Geschäftsabkühlung, insbesondere im Raum Beirut.