Finanzieller Lagebericht 2014

Holcim erzielte eine solide finanzielle Performance und konnte sowohl den Betriebs- als auch den Konzerngewinn auf vergleichbarer Basis steigern – trotz Restrukturierungs- und Mergerkosten in Höhe von CHF 149 Millionen und weiterer Dämpfer bei der weltweiten Konjunkturentwicklung in diesem Jahr. Die Holcim Leadership Journey hat die Erwartungen übertroffen. Die Erholung in den USA und in Grossbritannien sowie die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen erwiesen sich als positiv für das operative Ergebnis.

Dieser finanzielle Lagebericht ist zusammen mit dem Aktionärsbrief, der Berichterstattung zu den Regionen und der Konzernrechnung, inklusive Anhang zur Konzernrechnung, zu lesen. Die Quartalsberichte enthalten weitere Informationen zu den Konzernregionen und zum Geschäftsverlauf.

Übersicht

2014 setzte sich die uneinheitliche Erholung der Weltwirtschaft fort. Unter den entwickelten Volkswirtschaften legten die USA und Grossbritannien wieder an Tempo zu und liessen die Krise hinter sich. Einige europäische Länder kämpften dagegen immer noch mit den Nachwirkungen der Finanzkrise und litten etwa unter einem Schuldenüberhang oder einer hohen Arbeitslosigkeit. In den aufstrebenden Märkten blieb das Wachstum hinter den Erwartungen zurück. In Indien hellte sich die Lage nach den Wahlen wieder auf, teilweise bedingt durch wirkungsvolle politische Massnahmen und verstärkes Vertrauen. In zahlreichen lateinamerikanischen Ländern entwickelte sich die Konjunktur dagegen unverändert schleppend. Politische Spannungen und Unsicherheiten forderten in Russland und in manchen Ländern in der Konzernregion Afrika, Naher Osten ihren Tribut. Daher fiel die Nachfrage nach Baustoffen in einigen Märkten von Holcim niedriger aus als im Vorjahr.

Vor diesem Hintergrund war Holcim gut aufgestellt, um von sich bietenden Chancen zu profitieren und nach den Restrukturierungsmassnahmen der vergangenen Jahre Kosten weiter zu senken. Der klare Fokus auf die Steigerung des Kundennutzens erwies sich als erfolgreich. Dank Preiserhöhungen und Kostenoptimierungen, die erheblich von der Holcim Leadership Journey unterstützt wurden, konnten Betriebsgewinn und -Marge auf vergleichbarer Basis gesteigert werden.

Die 2012 initiierte Holcim Leadership Journey erzielte einen Beitrag zum Betriebsgewinn in Höhe von CHF 1,8 Milliarden. Damit wurde das ursprüngliche Ziel um CHF 348 Millionen übertroffen. Der Konzern hatte sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2014 den Betriebsgewinn verglichen mit dem Basisjahr 2011 und ähnlichen Marktbedingungen um CHF 1,5 Milliarden zu verbessern. Die Holcim Leadership Journey hat 2014 einen Beitrag von CHF 748 Millionen zum Betriebsgewinn erbracht.

Holcim konnte auch den Konzerngewinn steigern. Allerdings schlug sich die anhaltend unsichere wirtschaftliche Lage auch auf den Devisenmärkten nieder. Der Schweizer Franken wertete 2014 gegenüber zahlreichen Währungen auf, insbesondere gegenüber der Indischen Rupie, der Indonesischen Rupiah und dem Kanadischen Dollar, aber auch gegenüber verschiedenen lateinamerikanischen Währungen. Insgesamt wirkte sich dies deutlich negativ auf das in Schweizer Franken ausgewiesene Ergebnis aus.

Im Berichtsjahr erzielte Holcim einen betrieblichen EBITDA von CHF 3747 Millionen, was einem Wachstum auf vergleichbarer Basis von CHF 77 Millionen beziehungsweise 2,0 Prozent entspricht. Wechselkurseffekte und die Änderungen der Konzernstruktur wirkten sich mit -5,4 Prozent bzw. -0,4 Prozent auf den betrieblichen EBITDA aus. Unter Ausklammerung der Restrukturierungskosten von CHF 61 Millionen und Mergerkosten von CHF 77 Millionen stieg der betriebliche EBITDA auf vergleichbarer Basis um CHF 215 Millionen oder 5,5 Prozent. Die betriebliche EBITDA-Marge des Konzerns sank um 0,1 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent. Auf vergleichbarer Basis ging die Marge um 0,2 Prozentpunkte zurück. Unter Ausklammerung der Restrukturierungs- und Mergerkosten verbesserte sich die betriebliche EBITDA-Marge um 0,5 Prozentpunkte.

Der Konzern erzielte einen Betriebsgewinn von CHF 2317 Millionen, was einem Anstieg um CHF 100 Millionen oder 4,2 Prozent auf vergleichbarer Basis entspricht. Die Wechselkurseffekte belasteten das Wachstum des Betriebsgewinns mit -6,2 Prozent deutlich, während die positiven Auswirkungen der veränderten Konzernstruktur 0,3 Prozent zum Betriebsgewinn beisteuerten. Unter Ausklammerung der Restrukturierungskosten von CHF 72 Millionen und Mergerkosten von CHF 77 Millionen wuchs der Betriebsgewinn auf vergleichbarer Basis um CHF 249 Millionen oder 10,6 Prozent. Die Betriebsgewinn-Marge des Konzerns verbesserte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 12,1 Prozent. Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich die Marge um 0,1 Prozentpunkte. Unter Ausklammerung der Restrukturierungs- und Mergerkosten stieg die Betriebsgewinn-Marge auf vergleichbarer Basis um 0,9 Prozentpunkte.

Der Konzerngewinn stieg um CHF 23 Millionen auf CHF 1619 Millionen. Der Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd – erhöhte sich um CHF 15 Millionen auf CHF 1287 Millionen.

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit nahm um CHF 288 Millionen oder 10,3 Prozent ab. Die Wechselkurse wirkten sich mit CHF 103 Millionen oder 3,7 Prozent deutlich negativ auf den Geldfluss aus Geschäftstätigkeit aus. Die Änderungen im Konsolidierungskreis belasteten den Cashflow mit 0,2 Prozent. Auf vergleichbarer Basis ging der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit um CHF 179 Millionen oder 6,4 Prozent zurück.

Die Nettofinanzschulden erhöhten sich um CHF 183 Millionen auf CHF 9644 Millionen. Zu diesem Anstieg trugen die Wechselkurseffekte CHF 250 Millionen oder 2,6 Prozent und die Änderungen im Konsolidierungskreis CHF 45 Millionen bei. Unter Ausklammerung dieser Effekte nahmen die Nettofinanzschulden auf vergleichbarer Basis um CHF 113 Millionen oder 1,2 Prozent ab.